North Sea Cycle Route

North Sea Cycle Route – Nordseeküstenradweg

Unsere Veloreise um die Nordsee war eine unbeschreibliche Zeit. Viele spannende Begegnungen, sportliche Herausforderungen und atemberaubende Landschaften prägten unsere dreimonatige Reise auf dem Fahrrad. Unsere Blogeinträge werden uns so manche tolle Erlebnisse in Erinnerung behalten. Damit sie nicht irgendwann im Web “untertauchen” haben wir die Blogtexte zusammengetragen und zusammen mit vielen Fotos in einem Buch verewigt. Die Texte könnt ihr nun auch im PDF Format herunterladen und sie gemütlich auf dem Laptop, iPad oder ausgedruckt auf der Couch lesen. Viel Spass!

Blogeinträge als PDF

Online könnt ihr euch, wie das bei Blogs üblich ist, von “hinten nach vorne” durchlesen.

Alle Blogtexte könnt ihr auch als PDF herunterladen. Tipp für die Drucker: Am lesefreundlichsten druckt ihr die A5-Seiten als Broschüre aus. Dann könnt ihr euer “eigenes” North Sea Cycle Route – Blogtextebuch drucken.


Blogtexte NORTH SEA CYCLE ROUTE 2011 von Bettina Zanolari und Andreas Rohrer herunterladen

 

Interview zur NSCR auf merian.de

Über unsere Nordseeumrundung gibts jetzt ein tolles Interview auf merian.de zu lesen!

http://www.merian.de/magazin/europa-radtour-north-sea-cycle-route.html

Packliste der North Sea Cycle Route

Für alle die auch eine längere Velotour in der nördliche Hemisphäre planen, hilft vielleicht unsere Packliste weiter (Download: Packliste North Sea Cycle Route). Wir haben das Gepäck aufgeteilt (A=Andreas, B=Bettina). Fürs bepacken der Radtaschen hat jeder seine eigenen Vorlieben. Ganz kurz zu unserer Einteilung:

Taschen Bettina:

  • Vorne links: Küche
  • Vorne rechts: Esswaren
  • Hinten links: Schlafsachen und einige Kleider
  • Hinten rechts: Kleider (+ Reserveplatz für Esswaren)

Taschen Andreas:

  • Vorne links: Diverses (Karten, Elektronik, Flickzeug, Apotheke, etc.) + Esswaren
  • Vorne rechts: Zelt
  • Hinten links: Schlafsachen und einige Kleider
  • Hinten rechts: Kleider (+ Reserveplatz für Esswaren)

Unsere Packliste könnt ihr als PDF downlaoden:

Packliste North Sea Cycle Route (PDF)

 

Zurück in der Schweiz!

Nach 96 Tagen auf dem Rad sind wir gesund und munter zu Hause angekommen und blicken auf eine wunderbare Zeit mit vielen Erlebnissen und Eindrücken zurück.

Nächster Halt: Stadtsteinach

Die North Sea Cycle Route haben wir erfolgreich abgeschlossen. Doch wie gehts weiter?

Als wir in Amsterdam an dem Punkt standen, wo wir vor 84 Tagen unsere Nordseeumradelung gestartet haben, hatten wir gemischte Gefühle. Einerseits waren wir froh, alles ohne grosse Probleme geschafft zu haben, aber irgendwie waren wir auch traurig, weil es schon vorbei ist. Letztes Jahr hat es wegen den gesundheitlichen Beschwerden von Andreas lange nicht danach ausgesehen, dass wir überhaupt auf eine Velotour gehen können. Und nun sind wir 5662 Kilometer durch Holland, Deutschland, Dänemark, Schweden, Norwegen, via die Shetland und Orkney Inseln bis nach Schottland und England gefahren. Wir haben ziemlich alle Wetterlagen gemeistert, ob Regen, Hagel, Schnee, starke Winde oder der tolle Sonnenschein. Unsere Tagestemperaturen haben sich zwischen 0 und 35*C bewegt. Ja, die Nordsee hat das Wetter stark beeinflusst!

In jedem der bereisten Länder haben wir sehr viel erlebt. Wir haben viele tolle Menschen kennen gelernt, viele atemberaubende Orte gesehen und unvergessliche Momente genossen.

Weil wir noch Zeit und Lust haben, bleiben wir in den nächsten 10-12 Tagen auf dem Sattel und fahren ca. 800 – 900 Kilometer via Münster und Kassel bis nach Stadtsteinach zur Oma von Andreas. Dort werden wir einige Tage verweilen und anschliessend zurück in die Schweiz reisen. Wie? Das lassen wir noch offen. Aber ihr könnt mit uns am Wochenende vom 16./17. Juli rechnen. Dann möchten wir wieder zu Hause sein.

Von der weiteren Reise bloggen wir nicht mehr. Wir möchten unser Erlebtes revue passieren lassen und die lange Nordseereise nicht einfach abrupt beenden.

Auch wenn wir nicht sofort in die Schweiz zurück fahren, freuen wir uns extrem auf zu Hause, auf unsere Familien und Freunde und darauf euch wieder zu sehen!

Bis dann! Wir haben euch lieb!
Andreas und Bettina

We did it!

Wir sind zurück in Amsterdam! Nach 5662 Kilometern um die Nordsee stehen wir wieder am Startpunkt beim Bahnhof Amsterdam Centraal.

 

Impressionen VI – Edinburgh bis Amsterdam

Letzter Tag an der Nordsee

Nach der kurzen aber guten Nacht im Kabinenbett, werden wir um 6:30 Uhr (nun wieder mitteleuropäische Zeit) von der Fähren-Wecker-Dame via Durchsage geweckt. Wir nehmen nochmals eine kurze Dusche, essen Frühstück in der Kabine und sitzen anschliessend in der Lounge. Bei der Einfahrt in den Hafen von Rotterdam sehen wir das riesige Hafenareal. Hoek van Holland liegt am Anfang des Europoorts. Dessen wirkliche Grösse können wir nur erahnen.

Es ist einfach toll in Holland radzufahren! Von den 70 Kilometern bis zum Camping in Zandvoort sind sicher 60 Kilometer verkehrsfrei, geteert und gut beschildert. Am heutigen Tag begegnen wir garantiert mehr aktiven Velofahrern als während dem ganzen Grossbritannien-Monat. Um 13:30 haben wir schon die geplaneten 70 Kilometer und wir freuen uns auf einen freien Nachmittag.

Der Campingplatz ist dann aber eine herbe Enttäuschung! 22€ für fast nichts! Jedes Extra muss seperat bezahlt werden, das Zeltareal ist mehr Sandboden als Wiese und Bäume die Schatten spenden suchen wir auch vergeblich. Leider hat sich dieser Camping völlig dem Massentourismusklientel angepasst. Er hat es scheinbar nicht nötig durch Qualität aufzufallen. Für die biertrinkenden-laute-musikhörenden-vor-dem-Zelt-Lümmelnden reicht scheinbar dieses Angebot… Wir schütteln nur den Kopf. Naja, bis nach Amsterdam wo der nächste Camping auf unserem Weg liegt, möchten wir auch nicht fahren.

So bleiben wir, waschen einige Dinge von Hand aus (Waschmaschinen kosten hier 7.50€!!) und stellen das noch britisch-nasse Zelt auf. Es trocknet sehr schnell, denn die Sonne ist sommerlich warm.

Eigentlich wollten wir noch einmal in der Nordsee baden, aber das Wasser ist uns einfach zu kalt. Nach einem Spaziergang am von Touristen überfüllten Strand und durch das Restaurant-Quartier entscheiden wir uns für einen Italiener und laufen zurück zum Camping. Im Zelt geniessen wir es nichts zu tun und schlafen ein bisschen im Schatten. Nach der Dusche gehen wir zur Feier von unserem letzten NSCR-Abend ins Restaurant und essen zwei sehr köstliche Pizzen und ein Eis.

Als wir zurück auf dem Campingplatz sind, kommen wir mit unseren Nachbarn ins Gespräch. Laura, Steffi, Jan, Jan, Mike und Marvin haben ihr Abitur abgeschlossen und geniessen jetzt einige freie Tage am Meer. Wir plaudern in den Abend hinein als andere deutsche Abiturabsolventinnen unsere neuen Freunde im Flunkyball herausfordern. Sie seien seit der ganzen letzten Woche ungeschlagen. Wir lassen uns die Spielregeln erklären und sind gespannt. Es geht ungefähr so: Zwei Gruppen spielen gegeneinander, sie stehen sich gegenüber in je einer Linie, jede Person hat eine volle Bierflasche vor sich stehen, in der Mitte steht eine Pet-Flasche mit wenig Wasser, abwechslungsweise wird ein Ball auf die Flasche in der Mitte geworfen, fällt die um, trinkt die Werfergruppe möglichst schnell aus der Bierflasche, bis die andere Gruppe den Ball wieder hat und die Flasche aufgestellt ist. Es gewinnt die Gruppe die zuerst alle Bierflaschen leergetrunken hat… Es war lustig… Um 0:40 Uhr legen wir uns schlafen.

 

27.6.11 – 68km, 3:35h, ^ 221m, 18-24*C, W

Bye Bye England

Es regnet die ganze Nacht hindurch. Erst als wir unser Müesli essen lässt der Regen nach. Bei den letzten Tropfen fahren wir los. Der Himmel ist zwar immer noch sehr bedeckt, doch bis auf eine kurze Minute bleibt es trocken.

Kurz nach drei Uhr erreichen wir Felixstowe und verweilen eine gute Stunde am Strand. Denn unsere “Fussgängerfähre” nach Harwich fährt erst um halb fünf. Die Engländer sind schon ein spezielles Völkchen. Hinter unserer Strandbank ist ein Parkplatz und dort reihen sich die Autos an den Stellplätzen mit Meerblick und in jedem Auto sitzen die Leute drinnen! Fahren die an ihren freien Tagen an den Strandparkplatz um im Auto aufs Meer zu schauen?!? Nur selten steigt jemand aus um eine zu rauchen oder sich am Imbissstand einen Kaffee zu holen.

Mit so einer kleinen Fähre sind wir noch nie gefahren. Sie braucht nicht einmal einen Steg. Wir schieben unsere Velos über den Kiesstrand um in das Boot zu gelangen. Die Überfahrt ist kurz und schmerzlos :-) . In Harwich fahren wir gleich zum internationalen Hafenterminal um unsere Tickets für die “grosse” Fähre nach Hoek van Holland (Rotterdam) zu kaufen. Da die Reise die ganze Nacht dauert müssen wir eine Kabine buchen. Beim Warten aufs Boarding plaudern wir mit anderen Radreisenden aus England und Holland. Ein älterer Herr ist lustig. Er hat hinten auf seinem Gepäck einen grossen Holzschlagstock. Gegen die Hunde! Er habe ihn aber in England nicht benötigt. Die Hunde seien wie die Herrchen “Gentledogs”. Aber als er in Spanien war… Jauuuul :-)

Um acht können wir als erste in die Fähre. Es ist ein riesiges Schiff! Unsere Kabine ist sehr schön. Wie im Hotel :-) Vier Wände und zwei Betten nur für uns. Toll! Um 23:15 laufen wir aus in Richtung Holland.

Good Bye Great Britain!

25.6.11 – 80km, 5:30h, ^ 492m, 14-19*C, SW

Der englische 100er

Von den 35-Morgen-Kilometern bis Norwich fahren wir einen grossen Teil über eine geschlossene Eisenbahnlinie. Norwich ist für uns Velofahrer wirklich eine tolle Grossstadt! Der Eisenbahnweg führt uns ohne Verkehr sicher bis ins Stadtzentrum. Dort trinkt Andreas auf einer Bank einen IceCoffee, während Bettina auf eine kleine Shoppingtour geht. Die drei gekauften Leibchen passen ohne Probleme in unser Gepäck ;-)

Der anschliessende Zmittag beim Take Away Chinesen war leider ein Fehlgriff. Das Sweet and Sour Chicken schmeckte weder nach Sweet, noch Sour, noch Chicken. Es war mehr eine verdickte knallrote Sauce mit undefinerbaren Schludderstücken (Chicken?). Naja… Wir haben zum Glück noch anderen Proviant bei uns.

Auch beim Verlassen der Stadt sind wir keine 5 Minuten im Verkehr. Das ist wirklich einmalig und absolut lobenswert! Danke Norwich! Danach fahren wir lange Strecken über verkehrsarme Landstrassen, vorbei an vielen verschiedenen Feldern.

Beim Kilometer 85 erreichen wir Beccles. Dort machen wir unseren Einkauf für die letzten 30 Stunden in Grossbritannien. An der Kasse bedient uns Margaret, eine an die 70 Jahre alte Dame. Sie ist die Anti-Stress-Kassiererin in Person, jedes Produkt wird gemütlich über den Scanner gezogen, zwischendurch wird der Kunde angelächelt und geschaut ob noch alles in Ordnung ist. Weil wir 3 1,8dl Weinfläschchen kaufen möchte sie von beiden die ID sehen und bedankt sich anschliessend sehr höfflich. Und das im grössten Supermarkt von Grossbritannien (Tesco)! Margaret hätten wir eher im Tante Emma Laden von nebenan erwartet. Es war auf jedenfall eine amüsante Begegnung. :-)

Weil wir wissen, dass es bei den nächsten 50 Kilometerm keinem Camping hat, machen wir nach dem Einkauf beim Freibad einen kurzen Halt. Für den Besucherpreis von 1£ pro Person dürfen wir die Dusche benutzen. Weil es keine Kabinenduschen hat, ziehen wir Badehose und Bikini an und Duschen neben dem Basin, wo uns alle verwundert zuschauen. Die Duschen sind hier auch im Freien geheizt! Danach fahren wir aus dem Städtchen und beginnen nach einem Schlafplätzchen Ausschau zu halten. Wir sehen jedoch nur Felder, Weiden und vereinzelte Höfe, welche die möglichen Plätzchen im Blickfeld haben…

So fahren wir sogar bis Halesworth, ein kleines Städtchen, in welchem es überall nach leckerem Abendessen riecht. Uns knurrt der Magen und der Kilometerzähler zeigt schon 100 an. Endlich kurz nach Halesworth finden wir eine ungenutzte Wiese unterhalb der Strasse. Ohne zu zögern stellen wir unser Zelt auf und knabbern zum letzten mal English Hand Cooked Chips. Danach essen wir noch ein Rüebli und einen Pfirsich, während wir der kochenden Pasta zuschauen. Zur Pasta braten wir kurz Zwiebeln an und dämpfen sie anschliessend mit halben Cherrytomaten und Oliven. Würzen, Pasta darunter ziehen und endlich haben wir unseren Znacht! Zum Dessert essen wir noch 600 Gramm frische Erdbeeren. Lecker!

Weil wir morgen Abend auf der Fähre nach Holland schlafen, wünschen wir uns das letzte Mal auf der britischen Insel Gute Nacht.

24.6.11 – 104km, 6:40h, 474m, 13-22*C, W

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