Møns Klint und Liselund

Wir brechen ohne Frühstück auf und radeln die ersten Kilometer. Am Strand von Råbylille essen wir unser Müsli. Das Meer hat heute einen starken Wellengang und rauscht dementsprechend laut. Da wir nicht in der Badehose im Wasser stehen und von einem windstillen Plätzchen die Weite der Ostsee geniessen, spielt das für uns keine Rolle.

Vor dem Mittagessen steigen wir über ca. 500 Treppenstufen die Møns Klint hinunter. Die über hundert Meter hohen Kreidefelsklippen sind ein Naturschauspiel der Extraklasse. Vor allem in der Vormittagssonne, welche zwischen vereinzelten Wolken durchschaut sehen wir ein bezauberndes Spiel von Licht und Schatten. Im Sonnenlicht leuchten die Kreidefelsen richtig weiss. Wie auf einer anderen Welt. Nach einem Küstenspaziergang und dem Aufstieg über andere 500 Stufen Essen wir belegte Schwarz- und Knäckebrote.

Ganz in der Nähe besuchen wir Liselund. Ein Parkanwesen mit schönen Häusern, vielen Teichen und einem kleinen Schlösschen. Antoine Bosc de la Calmette und seine Gattin Elizabeth Iselin bauten das prächtige Anwesen vor 1800. Der Park wurde nach Elizabeth, kurz Lisa, benannt. Eines der Häuser heisst Schweizerhütte. Für uns sieht es mehr nach Dänemark und Wikinger aus als nach einem schweizer Haus. Scheinbar hat es helvetische Bauelemente. Wir haben sie nicht erkannt…

Eigentlich wollten wir hier in der Nähe zelten, doch die Møns Klint und Lieselund sind grosse Touristenmagnete. Wir sehen sogar einige Italiener hier! Unser Entscheid noch weiter zu radeln wird mit einem tollen Lagerplatz mit Schelter, Toilette, frischem Wasser, Feuerstelle und grosser Wiese nur für uns zwei belohnt. Uns umringen so einige schöne Bäumchen: Birnen, Äpfel, Kirschen, Zwetschgen, Holunder, Haselnuss und auch noch Brombeerstauden. Leider sind wir für die Ernte noch zu früh, denn in Dänemark reift alles ein bisschen später als in der Schweiz. Einzig ein paar rote Kirschen versüssen uns den Abend. Das ruhige Plätzchen liegt im Wald westlich von Udby. Zum Znacht versuchen wir nach einem gemischten Salat und vor einer noch nicht ganz reifen Honigmelone eine neue Eigenkreation: Thunfischrisotto Thailändischer Art. Und das geht so: Reis im Thunfischöl andünsten, mit Weisswein ablöschen, mit Wasser aufgiessen, Bouillon dazugeben, nach ca. 5-10 Minuten klein geschnittene rote Pepperoni und Kefen beigeben, weiter köcheln, immer wieder umrühren, kurz vor dem Ende Kokosmilch, den Thunfisch, Currymischung (zu Hause selbst gemischt), Pfeffer und eventuell nochmals Salz zugeben. Nochmals 2 Minuten köcheln. En Guata!

Das Zelt haben wir nur kurz zum trocknen aufgestellt. Denn heute schlafen wir im Shelter! So wie es bis jetzt scheint ist dieser Waldabschnitt mückenarm. Morgen erhalten wir hoffentlich die Bestätigung und nicht rotgepunktete Köpfe.

31.7.12, 8.Tag: 50km, 3:15h, 17-23*C, SW