Letzter Tag an der Nordsee

Nach der kurzen aber guten Nacht im Kabinenbett, werden wir um 6:30 Uhr (nun wieder mitteleuropäische Zeit) von der Fähren-Wecker-Dame via Durchsage geweckt. Wir nehmen nochmals eine kurze Dusche, essen Frühstück in der Kabine und sitzen anschliessend in der Lounge. Bei der Einfahrt in den Hafen von Rotterdam sehen wir das riesige Hafenareal. Hoek van Holland liegt am Anfang des Europoorts. Dessen wirkliche Grösse können wir nur erahnen.

Es ist einfach toll in Holland radzufahren! Von den 70 Kilometern bis zum Camping in Zandvoort sind sicher 60 Kilometer verkehrsfrei, geteert und gut beschildert. Am heutigen Tag begegnen wir garantiert mehr aktiven Velofahrern als während dem ganzen Grossbritannien-Monat. Um 13:30 haben wir schon die geplaneten 70 Kilometer und wir freuen uns auf einen freien Nachmittag.

Der Campingplatz ist dann aber eine herbe Enttäuschung! 22€ für fast nichts! Jedes Extra muss seperat bezahlt werden, das Zeltareal ist mehr Sandboden als Wiese und Bäume die Schatten spenden suchen wir auch vergeblich. Leider hat sich dieser Camping völlig dem Massentourismusklientel angepasst. Er hat es scheinbar nicht nötig durch Qualität aufzufallen. Für die biertrinkenden-laute-musikhörenden-vor-dem-Zelt-Lümmelnden reicht scheinbar dieses Angebot… Wir schütteln nur den Kopf. Naja, bis nach Amsterdam wo der nächste Camping auf unserem Weg liegt, möchten wir auch nicht fahren.

So bleiben wir, waschen einige Dinge von Hand aus (Waschmaschinen kosten hier 7.50€!!) und stellen das noch britisch-nasse Zelt auf. Es trocknet sehr schnell, denn die Sonne ist sommerlich warm.

Eigentlich wollten wir noch einmal in der Nordsee baden, aber das Wasser ist uns einfach zu kalt. Nach einem Spaziergang am von Touristen überfüllten Strand und durch das Restaurant-Quartier entscheiden wir uns für einen Italiener und laufen zurück zum Camping. Im Zelt geniessen wir es nichts zu tun und schlafen ein bisschen im Schatten. Nach der Dusche gehen wir zur Feier von unserem letzten NSCR-Abend ins Restaurant und essen zwei sehr köstliche Pizzen und ein Eis.

Als wir zurück auf dem Campingplatz sind, kommen wir mit unseren Nachbarn ins Gespräch. Laura, Steffi, Jan, Jan, Mike und Marvin haben ihr Abitur abgeschlossen und geniessen jetzt einige freie Tage am Meer. Wir plaudern in den Abend hinein als andere deutsche Abiturabsolventinnen unsere neuen Freunde im Flunkyball herausfordern. Sie seien seit der ganzen letzten Woche ungeschlagen. Wir lassen uns die Spielregeln erklären und sind gespannt. Es geht ungefähr so: Zwei Gruppen spielen gegeneinander, sie stehen sich gegenüber in je einer Linie, jede Person hat eine volle Bierflasche vor sich stehen, in der Mitte steht eine Pet-Flasche mit wenig Wasser, abwechslungsweise wird ein Ball auf die Flasche in der Mitte geworfen, fällt die um, trinkt die Werfergruppe möglichst schnell aus der Bierflasche, bis die andere Gruppe den Ball wieder hat und die Flasche aufgestellt ist. Es gewinnt die Gruppe die zuerst alle Bierflaschen leergetrunken hat… Es war lustig… Um 0:40 Uhr legen wir uns schlafen.

 

27.6.11 – 68km, 3:35h, ^ 221m, 18-24*C, W