Reisen

Søhundehaven und Nyord

Ausgeschlafen und nur ein bisschen von den Mücken im offenen Shelter geplagt fahren wir nach dem Morgenmüesli ohne Gepäck ins kleine, ca. 5km entfernte Städtchen Stege um dort unseren Einkauf zu tätigen und durch die gemütlichen Gässchen zu rollen. Dann gehts in die sogenannte “Seehundsbucht”, wo wir uns im kühlen Meer erfrischen. Abgesehen von einigen schwimmenden Quallen und von ein paar Stellen, die von angeschwemmten Quallen übersät sind, ist das Meer sehr sauber, klar und ruhig. Trotz der Kälte (schätzungsweise etwa 18*C) ist es herrlich darin zu schwimmen. Wir essen unsere gekauften Smørebrøds, faulenzen an der Sonne und brechen anschliessend auf um das Inselchen Nyord zu besichtigen.

Obwohl es auf unserer Karte nicht speziell als sehenswert gekennzeichnet ist, finden wir, dass es ohne zu zögern einen Ausflug wert ist. Wir treffen auf ein sehr interessantes, idylisches und authentisches Dörfchen in welchem heute noch 48 feste Bewohner anzutreffen sind. Drei Viertel des Landes steht im Winter wegen Sturmfluten unter Wasser und dient in der restlichen Monaten als Weidefläche. Die 20 Höfe wurden anfangs des 19. Jahrhunderts gebaut und gehören zu den best bewahrten Dörfern Dänemarks. In einem kleinen Museum informieren wir uns hauptsächlich anhand der Bilder über den geschichtlichen Hintergrund. Eine Strasse weiter werden selbstgemachte, wohlduftende Cremen und Shampoos verkauft.

Obwohl wir bereits gegessen hatten konnten wir der Verführung einer “Frokost-Platte” im Cafe Noorbohandelen, welches über eine grosse Auswahl an selbstgebrannten Schnäpsen verfügt und in welchem auch eine Fotografie-Ausstellung zu sehen ist, nicht widerstehen. Hübsch angerichtet sind ein kleines Salatbouquet, vier verschiedene Käsesorten, ein paar Scheiben Roastbeef, Schokoladekuchen Erdbeeren, Blaubeeren und Wassermelonenstückchen. Dazu gibt es hausgemachten Senf, Zitronenkonfitüre, frisches Brot und Butter. Ein dänisches Feinschmecker-Mittagessen! Auch dem italienischen Eis konnten wir nicht trotzen.

Auf dem Rückweg gibts im Meer noch einmal eine Erfrischung und bevor wir den Mais und das Poulet auf den Grill legen, machen wir noch einen kleinen Spaziergang auf dem Vitaparcours, welcher um unseren Zeltplatz angelegt ist. Da weitere dänische Familien bereits am grillieren sind, profitieren wir von der fertigen Glut. Übrigens schmeckt der Mais ausgezeichnet. Wir haben ihn samt Blätter einfach auf den Rost gelegt. So bleibt es sehr saftig und knackig!

1.8.12, 9.Tag: 36km, 2:15h, 17-23*C, kühler S-Wind

Møns Klint und Liselund

Wir brechen ohne Frühstück auf und radeln die ersten Kilometer. Am Strand von Råbylille essen wir unser Müsli. Das Meer hat heute einen starken Wellengang und rauscht dementsprechend laut. Da wir nicht in der Badehose im Wasser stehen und von einem windstillen Plätzchen die Weite der Ostsee geniessen, spielt das für uns keine Rolle.

Vor dem Mittagessen steigen wir über ca. 500 Treppenstufen die Møns Klint hinunter. Die über hundert Meter hohen Kreidefelsklippen sind ein Naturschauspiel der Extraklasse. Vor allem in der Vormittagssonne, welche zwischen vereinzelten Wolken durchschaut sehen wir ein bezauberndes Spiel von Licht und Schatten. Im Sonnenlicht leuchten die Kreidefelsen richtig weiss. Wie auf einer anderen Welt. Nach einem Küstenspaziergang und dem Aufstieg über andere 500 Stufen Essen wir belegte Schwarz- und Knäckebrote.

Ganz in der Nähe besuchen wir Liselund. Ein Parkanwesen mit schönen Häusern, vielen Teichen und einem kleinen Schlösschen. Antoine Bosc de la Calmette und seine Gattin Elizabeth Iselin bauten das prächtige Anwesen vor 1800. Der Park wurde nach Elizabeth, kurz Lisa, benannt. Eines der Häuser heisst Schweizerhütte. Für uns sieht es mehr nach Dänemark und Wikinger aus als nach einem schweizer Haus. Scheinbar hat es helvetische Bauelemente. Wir haben sie nicht erkannt…

Eigentlich wollten wir hier in der Nähe zelten, doch die Møns Klint und Lieselund sind grosse Touristenmagnete. Wir sehen sogar einige Italiener hier! Unser Entscheid noch weiter zu radeln wird mit einem tollen Lagerplatz mit Schelter, Toilette, frischem Wasser, Feuerstelle und grosser Wiese nur für uns zwei belohnt. Uns umringen so einige schöne Bäumchen: Birnen, Äpfel, Kirschen, Zwetschgen, Holunder, Haselnuss und auch noch Brombeerstauden. Leider sind wir für die Ernte noch zu früh, denn in Dänemark reift alles ein bisschen später als in der Schweiz. Einzig ein paar rote Kirschen versüssen uns den Abend. Das ruhige Plätzchen liegt im Wald westlich von Udby. Zum Znacht versuchen wir nach einem gemischten Salat und vor einer noch nicht ganz reifen Honigmelone eine neue Eigenkreation: Thunfischrisotto Thailändischer Art. Und das geht so: Reis im Thunfischöl andünsten, mit Weisswein ablöschen, mit Wasser aufgiessen, Bouillon dazugeben, nach ca. 5-10 Minuten klein geschnittene rote Pepperoni und Kefen beigeben, weiter köcheln, immer wieder umrühren, kurz vor dem Ende Kokosmilch, den Thunfisch, Currymischung (zu Hause selbst gemischt), Pfeffer und eventuell nochmals Salz zugeben. Nochmals 2 Minuten köcheln. En Guata!

Das Zelt haben wir nur kurz zum trocknen aufgestellt. Denn heute schlafen wir im Shelter! So wie es bis jetzt scheint ist dieser Waldabschnitt mückenarm. Morgen erhalten wir hoffentlich die Bestätigung und nicht rotgepunktete Köpfe.

31.7.12, 8.Tag: 50km, 3:15h, 17-23*C, SW

Auf der Insel Møn

Am Morgen fahren wir wieder an den Oststränden bei Marielyst vorbei. Nach den grossen Ferienhaussiedlungen folgen schöne, grosse Wälder. Mitten in den Wäldern an einer grossen Lichtung am Meer liegt das kleine Fischerdorf Hesnæs mit seinen traditionell erbauten Häuschen, von welchen die Seitenwände und die Dächer aus Schilf bestehen. Auf den Radwegen in Falster (und später auch in Møn) begegnen wir einigen Radreisenden. Auf Sjæland waren wir fast die Einzigen. So schien es uns zumindest.

In der Hafenstadt Stubbekøbing essen wir fritierte Fischfilets mit Pommes beim Hafenimbissstand. Wir geniessen die Sonne und sitzen gemütlich in den Stühlen am Hafen. Wir gehen erst eine Fähre später nach Bogø, von wo wir über einen Damm Møn erreichen. Bei der Fanefjord Kirke halten wir für eine Besichtigung. Sie hat schöne Kalkmalereien an der Decke. Doch das Beste finden wir die drei Modellschiffe, welche über dem Kirchengang und dem Eingang hängen.

Nach 10 weiteren Kilometern erreichen wir unseren Lagerplatz. Für 80 Kronen übernachten wir im Garten einer alten Schule. Die warme Dusche (unsere Erste seit einer Woche!!!) ist inklusive :-) . Vor der Dusche und dem Abendessen fahren wir kurz ans Meer und spazieren gemütlich am Strand entlang. In den lehmigen Klippen nisten viele Schwalben in Löchern. Eines ist für uns sogar erreichbar und wir sehen ein Junges in seinem Loch sitzen. Mama oder Papa pfeift hinter uns ganz laut, während er/sie wie wild flach über dem Wasser fliegt.

Den Regen verpassen wir in der Dusche… Somit können wir wiedereinmal auf einen trockenen Velotag zurückblicken. Zum Znacht tilgen wir die Resten von gestern, dazu gibts nochmals Kartoffelstock und vorher viel Salat. Als Desert haben wir uns ein kleines Kaldskål mit Keksen. gekauft. Doch das mit Holdunder bei Svend war definitiv besser! Wir finden es bei den nächsten Einkäufen bestimmt irgendwo.

30.7.12, 7.Tag: 72km, 4h, 15 – 22*C, W

An der Südspitze Dänemarks

Vor dem Frühstück hüpfen wir kurz ins kühle Meer! Kaum zu Glauben, doch es ist unser erstes Bad in einem Nordmeer und dies, nachdem wir insgesamt fast 100 Tage entlang der Nordsee und nun der Ostsee fahren.

Wir entscheiden uns noch einen Tag hier zu bleiben und steigen gegen zehn Uhr ohne Gepäck auf unsere “frischluft tour” Velos. Es sind zirka 15 Kilometer bis zum südlichsten Punkt von Dänemark. Dort essen wir an der Küste das restliche Risotto von gestern und geniessen die Weite der Ostsee. Zurück fahren wir an der Ostküste von Südfalster, wo es die schönsten Strände von Dänemark gibt. So preist es jedenfalls ein Werbeplakat in Marielyst an. Aus unserer Erfahrung von der North Sea Cycle Route im 2011 wissen wir jedoch, dass es an der westlichen Küste von Jütland noch bessere dänische Strände hat! :-)

Zurück auf dem Lagerplatz essen wir ein paar selbstgemachte “Smørebrød”. Anschliessend dürfen wir an Svends Computer die ersten Fotos unserer Reise auf den Blog laden. Svend lädt uns auf einen Tee mit seiner Frau Anne und seiner Tochter Julie ein. Wir lernen noch ein sehr leckeres dänisches Dessert kennen: Kaldskål. Eine Art Dessertcreme aus Buttermilch mit Holunder (es gibt es auch mit verschiedenen Beeren). Ach ja, das haben wir ja noch gar nicht erwähnt. Svend ist Dirigent, seine Frau Cellistin und seine Tochter studiert Klarinette in Kopenhagen. Eine richtige Musikerfamilie!

Während dem Tee und bis in die Nacht hinein tröpfelt es immer wieder leicht. Bis jetzt sassen wir bei Regen immer im Trockenen. Doch heute Abend stimmt das nicht mehr ganz. Wir haben uns heute 2 kleine Weinflaschen gekauft. Um zu wissen wie gut selbstgekochte Speisen sind, kochen wir uns heute alles aus dem Päckli, Glas oder der Büchse: Kartoffelstock mit Erbsen und Rüebli, dazu noch eine Päcklipilzsauce mit Schinken. Das einzige “frische” war wahrscheinlich das Wasser zum Anrühren und der Pfeffer zum Abschmecken… Kalorien ja, Essbar ja, Gaumenschaus nein. Wir wissen es eigentlich!

Bis wir den Abwasch gemacht haben treffen nacheinander noch je zwei Deutsche ein. Sie sind auf dem Nachhauseweg und fahren morgen mit der Fähre von Gedster nach Rostock. Vor dem Bloggen und Schlafen springen wir nochmals ins Meer um uns frisch zu machen. Haben wir schon die Wassertemperatur erwähnt? 17 – 18*C. Und heute hatte es viele (harmlose) Quallen. Trotzdem, das Meer ist herrlich, oder sagen wir in Dänemark besser königlich?

29.7.12, 6.Tag: 39km, 2:20h, 16 – 20 *C, schwache E- und W-Winde

Ein paar Fotos bis zur Südspitze Dänemarks

Alle Fotos habe ich mit der Canon EOS 5D Mark III aufgenommen und so wie es aussieht, werde ich in Zukunft “meine Grosse” nicht mehr zu Hause lassen. Fotografieren macht einfach viel mehr Spass mit ihr statt mit der kleinen Lumix…

Bei Svend in Falster

Kurz nach Mitternacht werden wir von einem starken Gewitter mit Blitzen und Donner geweckt. Der Regen hört zum Glück gegen neun Uhr auf und wir können trocken auf unsere Räder. Den restlichen Tag bleibt es mehrheitlich bewölkt, nur ab und zu blinzelt die Sonne durch die Wolken.

Von unseren 62 Tageskilometern fahren wir deren 60 gegen den immer stärker werdenden Südwind. Doch für die harte Beinarbeit werden wir mit einem tollen Lagerplatz direkt am Meer belohnt! Als unser Zelt steht kommt der nächste Regen. Nach einer Stunde hört er auf und es bleibt bis zum Schlafengehen trocken. Neben uns zeltet eine junge dänische Familie und drei dänische Kajakfahrerinnen. Mit der Familie plaudern wir ein bisschen über dies und das.

Vor dem Abendessen begrüsst uns Svend, der Lagerplatzbesitzer, welcher gleich nebenan wohnt. Da er früher beruflich längere Zeit in der DDR arbeitete, spricht er fliessend Deutsch. Er erzählt uns einige seiner eigenen Geschichten und wir von unseren Radreisen. Nach dem wir zum Znacht unser feines Spargel-Schwarzwälderschinken-Risotto gegessen haben, setzt sich Svend nochmals zu spannenden Gesprächen und einer Honigmelone zu uns. Er ist wirklich ein sehr interessierter Herr mit einem riesigen Wissen und falls er einmal etwas nicht weiss, speichert er es sich um zu Hause gleich nachzuschauen.

So zum Beispiel die Marke Kaikkialla. Der Name kommt aus dem Finnischen, Kaikki heisst alles und alla ist ein spezieller, selten gebrauchter Fall in der finnischem Sprache. Die Finnen kennen 16 Fälle! Da sind wir froh nur 4 Fälle im Deutschen zu haben. :-) Sinngemäss heisst dann Kaikkialla “Besser als alles Andere”. Die beiden Produkte von Kaikkialla (Zelt und ein Fleecepulli) haben sich nach über hundert Outdoortagen bestens bewährt. Ob es die besten sind, wissen wir nicht. Das Preis-Leistungsverhältnis wird aber mit Bestimmtheit in der obersten Liga spielen.

Nach einem fantastischen Sonnenuntergang plaudern wir vor dem Schlafengehen nochmals mit “Jon” und “Mei” (die jungen dänischen Eltern). Ihr 2,5 Jahre alter Sohn “Ask” schläft schon im Zelt.

Sportlich schalten wir ab morgen sicher einen Gang zurück, um uns Dänemark nicht nur im Vorbeifahren anzusehen.

28.7.12, 5.Tag: 62km, 4:10h, 14 – 26*C, starker Südwind

Am letzten heissen Sommertag bis nach Køng

Um 6:30 packen wir unsere Sachen zusammen und können eine halbe Stunde später losfahren. So früh morgens ist es angenehm kühl zum Radfahren. In Mørkøv gibt es Frühstück bei einem Sitzplatz hinter dem Dorfladen. Der Kassier hat uns nach dem Einkauf ohne ein Wort hinter das Haus “gezerrt” und uns den Sitzplatz angeboten. Merci! Danach gehts im flotten Tempo weiter südwärts.

Wir durchqueren das “dänische Niemandsland”. Denn ausser den vielen (vor allem Korn-) Feldern und meist sehr heruntergekommenen Höfen gibt es hier nichts. Unseren Zmittag essen wir auf der Wiese des Kommune-Hauses von Tystrup oberhalb des Tystrup Sees.

Den nächsten Laden finden wir erst nach ca. 70 Kilometern in der Stadt Næstved, welche wieder am Meer im südlichen Sjælland liegt. Eine genauere Karte, ein frisches Milchglace sowie der nächste Znacht und Zmorgen werden eingekauft. Mit den letzten Kräften radeln wir durch den zunehmenden Westwind nochmals knapp 20 Kilometer nach Süden zum Lagerplatz westlich von Køng. Wir sind heute haargenau 100 Kilometer geradelt! Nach der Petflaschendusche kochen wir eine neue Eigenkreation: Fertige Frikadellen mit Zwiebeln, Peperoni, scharfes Öl und Chilis (beides “Resten” aus dem Olivenglas), Paprika, Thymian, Basilikum und das Ganze am Schluss mit Birnen-Cider abgelöscht und eingeköchelt. Dazu gibts Pasta und Salat. Lecker!

Da die Mücken während dem Kochen und Essen beide Fussgelenke (durch die Socken!) und die Stirn von Andreas nicht in Ruhe lassen konnten, entscheiden wir uns nicht im Shelter sondern im mückensicheren Zelt zu schlafen. Morgen kommt der erste Regen, doch das hält uns nicht zurück in Richtung der schönen Strände von der Insel Falster zu fahren!

27.7.12, 4.Tag: 100km, 6:30h, 14(Nacht)-32*C, E-Wind gegen Abend stärkerer W-Wind

Über den Isefjord

Den Isefjord überqueren wir schon gegen 10 Uhr. Eine Fähre bringt uns in 20 Minuten von Hundested nach Rørvig. Nach dem wir kurz darauf Nykøbing S passiert haben, führt uns die Nationalradroute 7 durch das dänische Hinterland in Richtung Süden. Viele Felder und wenige Waldstreifen wechseln sich mit kleinen Provinzdörfchen ab. Die Landschaft ist eher eintönig und hügelig. Die Hügel haben den Vorteil, dass wir ab und zu tolle Aussichten über das umliegende Land geniessen können.

In Vig rasten wir vor der Kirche im (fast zu) kühlen Schatten eines Baumes. Die Sonne meiden wir während den Pausen zum Wohle unserer Haut. Gegen vier Uhr treffen wir auf einem Bauernhof aus dem Jahre 1913 ein. Dort sollte unser Lagerplatz sein. Ein altes dänisches Ehepaar sitzt vor dem Hof unter einem Baum und nimmt Stachelbeeren von frischgeschnittenen Beerensträuchern ab. Sie begrüssen uns sehr freundlich auf dänisch. Schnell stellt sich heraus, dass sie einzig ihrer Landessprache mächtig sind. Doch mit unseren Fahrrädern brauchen wir gar nicht dänisch zu sprechen und die Frau zeigt uns den Garten, wo wir unser Zelt aufschlagen können. Die sanitären Anlagen im Stallgebäude sind leider defekt. Doch der Gartenschlauch leistet seinen Duschdienst bestens. Kalt, aber das sind wir uns ja gewohnt.

Müde vom dritten Tag, liegen wir im Zelt herum, planen noch ein bisschen – wahrscheinlich lassen wir eine Rundfahrt auf der Insel Lolland aus, damit am Schluss genug Zeit für Kopenhagen bleibt – und kochen unseren Znacht.

Wir lieben Pasta! Deshalb gibt es Fusili mit Speck, frischen Zwiebeln, Peperoni und dänischem Frischkäse (eine Art Kreuzung aus Creme Fraiche und Sauerrahm mit 6% Milchfettanteil). Sehr lecker! Nach dem Zähneputzen geht Andreas die Übernachtung bezahlen. Die Dame möchte nur 20 Kronen (3.50 Fr.). In der Regel kostet eine Übernachtung auf einem solchen Lagerplatz 20 Kronen pro Person, was immer noch sehr günstig ist! Nur zum Vergleich: ein normaler Campingplatz würde uns ca. 250 Kronen kosten…

Morgen möchten wir noch früher aufstehen. In den Morgenstunden sind die Beine einfach frischer als nach dem Mittag. Wie heisst es so schön: “Morgenstund hat Gold im Mund!”

26.7.12, 3.Tag: 68km, 4:20h, 20-30*C, kühle Bise aus Westen

Fast in Schweden

Durchschlafen bis neun Uhr bringt uns die nötige Energie um in den Tag zu starten. Andreas fühlt auch wieder fahrtauglich. Nach einem Crunchy-Müsli mit Milch und Blaubeersaft radeln wir gemütlich weiter nordwärts. An der schmalsten Stelle des Øresunds sind wir keine 4 Kilometer von Schweden entfernt. Grössere Gebäude sind gut zu erkennen. Viele Segelschiffe tummeln sich im ruhigen Kattegat.

Die dänische Sommerferienzeit macht sich an den vielen schönen Stränden bemerkbar. Viele Familien verbringen ihre freien Tage am Strand und tanken Sonne (bis vor 2 Tagen war das Wetter in Dänemark lange sehr durchzogen ). Wir lassen Helsingør hinter uns, kaufen unterwegs ein und rasten wärend der heissen Nachmittagszeit im Schatten eines Baumes am Strand. Unser Nachtlager schlagen wir neben einem Schelter mit kleinem Tümpel im Wald südlich von Tisvildeleje auf. Im Schelter und einem Zelt neben uns hausen zwei dänische Familien mit 5 kleinen Kindern. Ach ja, spätestens hier sollten wir erwähnen wie süss und niedlich blonde dänische Kinder sind! Und die sind ja alle blond. :-)

Salat, Pasta mit Tomatensauce und Pesto, sowie die restliche Melone vom Mittag gibts zum Abendessen. Geduscht wird (wie gestern) eiskalt aus der Petflasche. Nach einer kleinen Reorganisationszeit und dem Kartenstudium für morgen gehts gegen halb zehn “ins Bett”. Die spielenden Kinder sind eine Wohltat für unsere Ohren, nach dem Krachkatzenjammer-Vogelgeschrei von gestern :-) .

25.7.12, 2. Tag: 66km, 4:25h, bis 30*C, leicht S bis E

Bei der Kleinen Meerjungfrau

Mit sehr wenig Schlaf und leichter Verspätung treffen wir in Kopenhagen ein. Die Nacht war alles andere als toll und wir sind schon vor dem ersten Kilometer gerädert. Nach dem wir uns in der Touristeninfo einen Stadtplan geholt haben, schlendern wir gemütlich durch die Gassen in Richtung Meer. Im King’s Garden essen wir unsere letzten Migrosbrötchen. Unsere Schnell-Stadtbesichtigung geht weiter durch das Kastellet (Ehemalige Burg/Fort) zur Kleinen Meerjungfrau. Diese finden wir dank den vielen Touristencarparkplätzen und der Besuchermenge, welche sich als knipsende Glocke um das kopenhagner Wahrzeichen formiert.

Gegen 2 Uhr schwingen wir uns auf die Velos und fahren der Küste entlang von reicheren Vorstadt-Küstenorten nach Norden. Unterwegs pumpen wir einer jungen Schwedin das Vorderrad damit sie nicht den ganzen Weg das Rad schieben muss. Nach 41 km halten wir bei unserem ersten Lagerplatz nahe Nivå. Andreas hat sich kurz vor den Ferien erkältet und nach diesem ersten Tag an der frischen Luft und in den Pedalen brummt ihm der Kopf. Wir kochen uns Pasta mit Zuchetti und Pilzen umd legen uns früh schlafen. Leider singen die Vögel über uns keine Gutenacht-Lieder sondern veranstalten in der Dämmerung das reinste Schreikonzert… Andreas gehts hundeelend. Leichtes Fieber, Kopfweh und Übelkeit lassen ihn nicht schlafen. Gegen Mitternacht rafft er sich nochmals auf und kocht sich eine heisse Milch mit Honig. Zusammen mit einer Schmerztablette findet er endlich den langersehnten Schlaf.

24.7.2012, 1. Tag: 41km, 3:16h, bis 30*C, leichter Südwind

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