North Sea Cycle Route

Sails loft böd, Pub und Billard

Während der ganzen Nacht und am Morgen regnet es auf den Shetlandinseln. Erst am Mittag um 13.00 können wir unsere Regenjacken wieder einpacken. Wir fahren in den Norden bis Lerwick und wünschen uns, dass der Regen endlich aufhört. In der Hauptstadt der Insel angekommen erkundigen wir uns in der Turistinfo über die Fahrzeiten der Fähre nach Orkney, über das Wetter und planen die weiteren zwei Tage. Für die Übernachtung reservieren wir in Voe zwei Betten im “sails loft böd”. Das ist ein altes Fischershaus, welches zu einer einfachen Schlafstätte mit Massenlager, Toiletten und Küche umgebaut wurde. Im Trockenen, jedoch mit starkem Gegenwind fahren wir die 25km bis zu unserer Unterkunft. Die Landschaft sieht im Schatten der Wolken karg und trist aus. Früher gab es mal noch Bäume auf Shetland. Aber wegen des starken Windes, den häufigen Regenfällen und den hungrigen Schafen gibt es heute fast keine mehr. Die einzigen Bäume sind auf privaten Grundstücken, wo sie gepflanzt und in der Wachstumsphase gut geschützt werden müssen, zu sehen. Im Böd treffen wir auf vier Arbeiter vom Festland, welche hier vorübergehend eingezogen sind. Andrew, Jack, Simon und David haben von einem hiesigen Fischer gerade eine Kiste mit frischen Fischen und Tintenfischen bekommen. Obwohl Jack noch nie Tintenfische zubereitet hat, entfernt er gekonnt die nicht essbaren Teile und brät die zugeschnittenen Calamari in einer Bratpfanne. Für uns gibt es Fusilli mit einem gemischten Gemüseeintopf. Nach dem Nachtessen spielen wir im Pub nebenan Billard und trinken ein Shettländer Auld Ale. Wir geniessen den Abend mit der netten Gesellschaft sehr und schlafen zufrieden im Doppelstockbett bei knisterndem Feuer ein.

26.5.11 – 67km, 5:10h, ^ 760m, 10*C, NW

Shetland!

Nach dem Erwachen schalten wir sofort den Computer an um uns über die aktuelle Situation betreffend Aschewolke zu informieren. In Grossbritannien und Norwegen wurde der Flugbetrieb für heute wieder freigegeben. Ohne Erwartungen überprüft Andreas unseren Flug und entdeckt, dass für heute zwei Plätze frei geworden sind. Wir überlegen nicht lange und legen unseren Flug von Samstag auf heute vor. So packen wir unsere Taschen, verabschieden uns von Svein und seinen Gästen und radeln zum letzten Mal auf norwegischem Boden zum Flughafen. Nun sitzt uns nur noch die Ungewissheit im Nacken, ob wir auch unsere Velos mitnehmen können. Die Fluggesellschaft kann uns bis zum Abflug keine Garantie geben. Erst wenn das ganze Gepäck im Flugzeug ist und es noch Platz hat, dürfen auch unsere Fahrräder mitfliegen. Im kleinen Propellerflieger sitztend freuen wir uns auf die weitere Reise. Kurz vor dem Abflug, als wir schon im Flugzeug sitzen, teilt uns der Stuart mit, dass unsere Fahrräder im Flugzeug sind! Uns fällt ein grosser Stein vom Herzen :-) Unsere North Sea Cycle Tour kann weitergehen! Yes!

Im Flugzeug ist Tea-Time! Der Flug und die Landung verlaufen ruhig. Auf der baumlosen Insel angekommen machen wir unsere Velos startklar und verdrücken drei getoastete Sandwiches mit Salat. Wir fahren noch wenige Kilometer bis zum nächsten Lädelchen, kaufen Wasser, Brot, Gedder-Käse, Milch und Müesli, finden sogar eine Gaskartusche und zelten hinter einem Mäuerchen auf einer Wiese. Ein Produkt versagt auf unserer Reise total. Die 3 Ligtht My Fire Gabellöffel sind alle schon irgendwo gebrochen (Gabriels Gabellöffel ist auch schon kaputt). Fazit: Untauglich!

Shetland ist eine völlig neue Welt! Eine karge, baumlose aber doch sehr grüne Insel mitten im Meer. Das Wetter zieht schnell über die Insel. Die Küste wechselt zwischen Klippen und Sandbuchten. Die Tierwelt ist schnell aufgezählt: Schafe, Hasen, Shetlandponys, Kühe und einige Vogelarten. Die Häuser sind nicht mehr so bunt wie in Skandinavien. Graue Steinhäuser mit speziellen Steindachgiebeln und -kaminen bilden von Zeit zu Zeit kleine Dörfer. Der Häuserwildwuchs gibt es hier nicht mehr. Auch die Menschen sind ganz anders. Meist sind es sehr einfache, sympatische Leute, die vom Inselwetter geprägt wurden. Der norwegische Reichtum ist hier auch völlig verschwunden. Die Häuser und Autos dienen dem Zeck und nicht als “Anlage”. Der erste Eindruck von Shetland gefällt uns sehr!

25.5.11 – 17km, 1:10h, ^ 200m, 10*C, SW

Wie weiter…?

Ausschlafen, Frühstück im Bett und nochmals einen Film schauen! Der Regen motiviert uns nicht nach draussen zu gehen. Erst um 11 Uhr als wir das Zimmer abgeben müssen wagen wir den Schritt in das typische Bergen-Wetter. Wir fahrem zum Apple Shop und prüfen im Internet unsere Flugmöglichkeiten. Die beste Lösung ist der Direktflug Bergen-Shetland nächsten Samstag. So reservieren wir uns gleich zwei Plätze, bummeln durch die Altstadt Bergens, welche zurzeit hauptsächlich von deutschen Touristen besucht wird, essen in der Touristinfo, im Trockenen, unser Mittagessen und fahren am frühen Nachmittag zu Svein, welcher uns eine Couch anbietet. Wir staunen nicht schlecht, als wir über eine kleine Brücke fahren und auf die private Insel von Svein gelangen. Er zeigt uns unser Zimmer und führt uns um die Insel inklusive Badestrand, überdachten Pool (27*C), Gartenhaus, Kanu und Wald. Ein sehr gemütliches Anwesen! Svein beherbergt auch noch drei Polen, eine Rumänin und eine Afrikanerin. Eigentlich hätte er ja keinen Platz mehr gehabt, aber da “African Queen” gerade nicht da ist und wir auch noch unser Zelt hätten, wollte er uns doch zu sich einladen. Wir dürfen also bis am Samstag kostenlos bei ihm übernachten. Damit wir ihm auch etwas von uns geben können, bieten wir an, das Abendessen zu zubereiten. Wir gehen zusammen einkaufen und kochen dann einen Viergänger: Rüebli-Ingwer-Suppe, gemischter Salat, Älplermagronen mit selbstgemachtem Apfelkompott und eine Vanillecreme mit Grand Marnier, Ananas und Bananen. Das Menü schmeckt ihnen sichtlich!
Nach dem Abwasch gehen wir mit Thomas spazieren, plaudern mit Svein über seine Philisophie und seine “Family of the World”. In den Nachrichten erfahren wir, dass in Island ein Vulkan Asche in die Luft schleudert und die Flüge in Grossbritannien gestrichen worden sind. Morgen soll die Aschewolke Deutschland erreichen. Wie sieht es am Samstag aus? Können wir auf die Shetlandinseln fliegen?

24.5.11 – 10km, 0:50h, ^ 190m, 15*C, S

Sonne und Regen in Bergen

Heute Morgen, nach unserer 50. Übernachtung, werden wir von vielen Schulkindern geweckt. Der kleine Weg in der Nähe unseres Zeltes muss ein wichtiger Schulzubringer sein. Wir hören viele Verwunderungen über das Zelt, welches hier so steht, aber auch Hallos und Guten-Morgen-Rufe. Um acht ist der letzte Regen vorbei und die Sonne zeigt sich.

Wir fahren die letzten 35km nach Bergen. Jetzt wissen wir auch, weshalb es in Bergen 300 Tage im Jahr regnet… Damit die Sonne scheint, wenn wir kommen :-) ! Bei der Touristeninfo erfahren wir, dass der Mittwochsflug auf die Shetland bereits ausgebucht ist. Und eine Fahrradmitnahmegarantie gibt es bei flybe sowieso nicht. Wir buchen für eine Nacht ein Zimmer bei einer privaten, älteren Dame, schön im Zentrum gelegen und für 655.- Kronen. Morgen schauen wir, wo wir in Bergen längere Zeit günstig hausen können.

Unsere Versuche ein Schiff zu finden scheitern kläglich. Bei beiden Hafenterminalen scheint keiner von Schiffen zu den Shetlands zu wissen. Um 14 Uhr setzt dann der Regen ein. Ein bisschem ratlos, steuern wir die Bibliothek von Bergen an um an einem Internetcomputer nach Möglichkeiten für die Reise zu den Shetlands zu suchen, sowie die Übernachtungsmöglichkeiten zu prüfen. Auf einmal kommt Andreas die Idee, dass er bei Simeon die Möglichkeit des “Couchsurfings” gehört hat. Wir registrieren uns auf couchsurfig.org und schreiben drei Personen in Bergen an, welche für Reisende eine Couch anbieten. Nach 15min ruft uns schon Svein an. Wir werden morgen zu ihm fahren und wer weiss, vielleicht hat er eine Bleibe für uns.

Die Idee vom Couchsurfing ist, dass jeder der eine Couch anbietet, auch auf seinen Reisen bei Personen eine Couch bekommt. Was soviel heisst, dass wenn wir wieder in der Schweiz sind, haben wir selber vielleicht einmal Gäste aus der ganzen Welt.”
mehr auf www.couchsurfing.org

Bei strömendem Regen und starkem Wind fahren wir zurück zum Zimmer. Es ist wirklich ein herziges Zimmer! Am Abend essen wir im Bett Pizza und schauen uns auf Englisch einen Film (Wann haben wir das letzte Mal ferngesehen? Seit einer Ewigkeit!). Der Wind pfeift um die Dachgiebel und der Regen prasselt an die Scheiben. Mit einer kleinen Ungewissheit über die nächsten Tage schlafen wir in den kuscheligen, warmen Betten ein.

23.5.11 – 45km, 3:10h, ^ 560m, 15*C, S

Michael fährt auch um die Nordsee

Die Landschaft am Morgen ist sehr hügelig. Wir fahren über drei Brücken. Zwei davon sind sogar einen Kilometer lang. Auf der Brücke bläst der Wind heftig. Wir fahren sehr vorsichtig und laufen auch einige Meter, da es manchmal schwierig ist, das Gleichgewicht zu halten, wenn dann auch noch Lastwagen an uns vorbeifahren. Am Mittag kochen wir uns ein Nudelsüppchen um uns aufzuwärmen. Der Regen setzt um 14.00 Uhr ein und wir pausieren in einer alten Wasserradsägerei(?). Einige Kilometer später treffen wir auf Michael. Er fährt im Uhrzeigersinn um die Nordsee, hat erst vor kurzem unseren Blog entdeckt und ist erstaunt, uns anzutreffen. So spricht er uns direkt mit Namen an und wir plaudern im Schutz eines Buswartehäuschens über unsere Erlebnisse und geben uns gegenseitig Tipps für Norwegen bzw. Grossbritannien. Ein bisschen ausgefroren fahren wir recht zügig die restlichen 10km bis zu unserer letzten Fähre auf norwegischem Gewässer. Auf dem Festland angekommen suchen wir uns wieder ein Plätzchen im Freien. Erst nach weiteren 7km finden wir neben einer steilen Kiesstrasse einen geeigneten Ort. Zum Abendessen scheint sogar kurz die Sonne zwischen den Wolken hindurch. Es gibt wieder einmal Kartoffelstock mit einer Pilz-Peperoni-Sauce. Dieses Menü schmeckt einfach ausgezeichnet und ist sehr schnell gemacht.

Beim heutigen Inselspringen haben wir die flachen und leicht hügeligen Gebiete verlassen. In Richtung Bergen blicken wir auf mehrere Sechshunderter. Dem entsprechend schnellen unsere gefahrenen Höhenmeter wieder in die Höhe – 1180 an der Zahl! Trotz Regen, Wind und Wolken ist Norwegen auch hier traumhaft. Das Meer sucht sich zwischen unzähligen Insel hindurch den Weg in die Fjorde. Wir fahren diesem Nordmeer entlang, überqueren es nur über Brücken und Fähren und umfahren es wo es nicht anderst geht. Bald werden wir die Nordsee aus einer ganz anderen Perspektive sehen, von den Shetlandinseln “mittendrin” und von Schottland und England “von der Westseite”. Wir sind gespannt!

22.5.11 – 83km, 5:25h, ^ 1180m, 12-17*C, stark S

Die ersten Schweizer

Bei bedecktem Himmel und Südwind fahren wir los. Heute ist für uns ein normaler Velotag bis wir in Buavåg 6 Schweizer aus der Bündner Herrschaft treffen. Wir sprechen seit 46 Tagen zum ersten Mal schweizerdeutsch mit anderen Leuten. Peter, Martin, Marc, Andreas, Martin und Thomas sind für eine Woche nach Norwegen zum Angeln gekommen. Wir dürfen die Nacht bei ihnen in der Ferienhütte verbringen (natürlich inklusive warme Dusche)!
Zum Abendessen gibts Fleisch vom Grill, Hörnlisalat, Tomaten-Gurkensalat und Chips. Wir geniessen das gemütliche Beisammensein, den bündner Dialekt, das Pokerspielen und einen Fischerfilm.

21.5.11 – 77km, 4:40h, ^ 736m, 13*C, S

Erdölcity Stavanger

Unsere Fähre nach Stavanger sollte eigentlich um 7.20 ablegen, kommt aber erst um 8.00 Uhr. Wir nutzen die Zeit und schreiben im warmen Wartehäuschen den Blog des vorigen Tages. Auf der Combibåtn gibt uns der Kontrolleur eine “Kinder-Ermässigung” und wir bezahlen nur den halben Preis der 2-stündigen Überfahrt. Obwohl wir mit Regen gerechnet haben, bleibt es trocken. Die Besichtgung des Ölmuseums in Stavanger ist eine erholsame Abwechslung zu unserem Alltag und gibt uns interessante Einblicke ins riesige Öl- und Gasbusiness der Nordsee. Die Stadt beherbergt unmengen an Öl- und Gasfirmen, deren Zulieferer (Baufirmen für Pipelines, Bohrtürme, Bohrschiffe) und auch eine Menge an Finanzinstituten welche den Ölgeldfluss sicherstellen.

Anschliessend laufen wir durch die Einkaufsstrassen und durch die Altstadt der berühmten Ölstadt und gönnen uns einen McFlurry mit Oreo. Nach der kurzen Fahrt bis zum nächsten Hafen in Mekjarvik warten wir im Wartehäuschen auf die Fähre. Wir haben heute wohl mehr Zeit in warmen Räumlichkeiten als auf dem Velo verbracht. Das darf ja auch mal sein. Die Fahrt mit der Fähre nach Skudeneshavn ist wegen starkem Wellengang nichts für Seekranke. Bettina muss zwei Mal erbrechen. Für unsere gereizten Mägen kaufen wir Nudelsuppe und campen im Garten eines norwegischen älteren Ehepaares in Sandves.

Die Inselgruppen nach Stavanger sind landschaftlich Neuland. Die Spuren der kalten und windigen Nordsee sind nicht zu übersehen. Die Baumvegetation beginnt erst 200-300m von der Küste entfernt oder nahe hinter schützenden Felsen. Sonst gibt es viele Sumpfwiesen, Heiden und an der Küste einige steinige Wiesen. Es sieht unserer hochalpinen Vegetation ähnlich. Wenn wir nicht Blick auf die brausende Nordsee hätten, könnten wir auch auf einem schweizer Pass-Plateau fahren :-)

20.5.11 – 23km, 1:50h, ^ 235m, 11*C

LYSEFJORD

Obwohl wir schlechtes Wetter erwartet haben, scheint am Morgen die Sonne zwischen den Wolken hindurch. Wir sehen einige Regenwolken, die aber alle an uns vorbeiziehen. Mit Südwind fahren wir über flache Velowege und Küstenkieswege nach Sandnes. Bereits um 10:15 Uhr sind wir 40km gefahren und erkundigen uns auf der Touristinfo über die Fähren-Fahrzeiten bis Bergen. Da auf das Wochenende mehr Regen gemeldet wird, entscheiden wir uns den Lysefjordbesuch vorzuziehen.

Wir radeln weiter nach Lauvvik und fahren mit der Schnellfähre durch den traumhaften Lysefjord. Die Felsen ragen bis über 1000m in die Höhe. Überall stürzen Wasserfälle in die Tiefe. Und auch hier verschont uns der Regen, die sichtbaren Gewitterzellen lösen sich auf sobald wir in ihre Nähe kommen. Wir erleben ein prächtiges Wechselspiel zwischen Wolken und Sonne im Lysefjord. Unser Zelt stellen wir in Lysebotn auf dem Camping auf. Nach einer warmen Dusche spazieren wir zum grossen Wasserfall an der Südwand von Lysebotn.

Auf dem Camping erkundigen wir uns nach dem Wetter für den Freitag und erfahren leider, dass die beiden Highlights, der Kierag (begehbarer Stein, der in einer Höhe von 1000m zwischen den Felsen hängt) und der Preikestolen (Plateau mit senkrechten Felswänden, das ca. 30m über den Abgrund hinausragt und 600m hoch ist) wegen gefährlichem Restschnee gesperrt sind. Deshalb werden wir am Freitag mit der Fähre direkt nach Stavanger fahren und die Stadt besichtigen.

Zum Znacht kochen wir uns Kartoffelstock mit einem Pouletwurst-Pilz-Pepperoni-Eintopf. Das war ein toller Tag!

19.5.11 – 68km, 4:05h, ^ 470m, 10-14*C, S

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Sturz und traumhafte Landschaft

Bis ca. um 16.00 Uhr regnet es ohne Unterbruch. Kurz nach dem Start fahren wir durch eine mit Kies leicht bedeckte Kurve bergabwärts. Dabei rutscht Bettina auf der nassen Strasse und stürzt. Ein Schock, eine Wunde am Ellbogen, ein leicht eingedrückter Helm und eine zerissene Regenjacke ist die Folge. Andreas eilt sofort zur Hilfe und deckt die kieselsteingrosse Wunde mit einem Pflaster ab. Bettina kommt mit einem Schrecken davon. Der Sturz hat schlimmer ausgesehen. Glück gehabt!

Da es regnet und kalt ist, fahren wir 15km weiter bis zum nächsten Städtchen Egersund. Die Ersatzjacke hält leider den Regen nicht ab. In einem Sportgeschäft wärmen wir uns, schauen nach einer neuen Regenjacke und erhalten den Tipp, im Bernina Singer Geschäft nach einem Textil-Klebeband nachzufragen um die alte Jacke zu flicken. Die Verkäuferin staunt über unsere Velos, die meisten Leute müssten ihre NSCR-Tour aufgeben, weil sie schwache und nicht tourentaugliche Fahrräder haben. Wir sind höcht zufrieden mit unseren Simpel-Velos und hatten noch nie irgendwelche Probleme und das nach einer 3000-Kilometer-NonStop-Fahrt bei allen Wetterbedingungen an der Nordsee!

Obwohl die nette Dame im Nähgeschäft weder Englisch noch Deutsch spricht erhalten wir ein Nylontextilklebeband. Da wir die Regenjacke nur trocken flicken dürfen, fragen wir in einem Hotel, ob sie uns einen Föhn leihen. Wir dürfen in ein Hotelzimmer und flicken in der wohligen Wärme Bettinas Regenjacke. Das Klebeband hält anschliessend bestens und hat sogar die gleiche Farbe.

Um 13:45 setzen wir uns wieder auf den Sattel. Wir kommen gut voran und ab Ogna sind die Strassen in Norwegen zum ersten Mal flach und wir geniessen den Rückenwind und die traumhafte Landschaft. Hier sieht Norwegen wieder ganz anders und doch immer noch bezaubernd aus! Der Sturz und der Regen sind wie vergessen. Als es auch noch aufhört zu regnen, wir ein tolles Plätzchen direkt am Meer finden und sogar unsere nassen Sachen in der Abendsonne trocknen können, endet unser 45. Reisetag super! Wir kochen uns ein feines Zuchetti-Geflügelwurst-Risotto, geniessen den Sonnenuntergang (21:55 Uhr) und schlafen beim Rauschen des Meeres in unseren kuscheligen Schlafsäcken ein.

18.5.11 – 66km, 4:10h, ^ 560m, 8-12*C, S

Norwegischer Nationalfeiertag

Beim Morgenessen regnet es leicht. Darum verpacken wir uns gut bevor wir das Zelt verlassen. Doch als wir den Reissverschluss vom Zelt öffnen, hat der Regen aufgehört. Wir montieren die Norweger Fähnchen am Velo, da heute ja ihr nationaler Feiertag ist. Nach einer kurzen Abfahrt treten wir wieder, meistens im ersten Gang, kräftiger in die Pedalen. In Åna-Sira, beim Kilometerstand 12, sind wir bereits ziemlich erschöpft und stärken uns mit Nutella-Broten. Die Butter (300g) und die Nutella (400g) haben wir gestern Nachmittag gekauft und beides ist bereits zur Hälfte aufgegessen.
Im nächsten Städtchen Hauge sehen wir die Norweger in Anzügen und Trachten. Den Umzug der Kinder haben wir leider verpasst. Viele fahren mit dem Velo in der Gegend herum und hupen. Die Motorräder sind mit Ästen beschmückt. Woher dieser Brauch kommt wissen wir nicht.
Wir sind müde und fahren nur noch wenige Kilometer bis kurz nach Vatland. Dort zelten wir auf einer Wiese und müssen leider feststellen, dass es auch hier Zecken hat. Andreas hat bereits am Morgen einen entfernt.
Wir kochen uns Pasta mit Pilz-Tomatensauce. Übrigens zeigt der Kilometerzähler über 3000km an! Halbzeit!

17.5.11 – 47km, 4h, ^ 906m, 12*C, starker NW

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