Barcelona – Schweiz

Mandelbäume und wilde Fenchelgewächse

7. Tag – 3. Juli 2010, Néfiach – Narbonne-Plage, 104 km, 5:40 h

Unsere Abfahrt führt uns durch eine sehr karge und verlassene Gegend. Die Hitze macht uns zu schaffen, doch die Ruhe und Abgelegenheit geniessen wir. In Opoul-Périllos sehen wir ein Ritterschlags-Fest. Unser letztes Stück rasen wir mit Rückenwind dem Canal de la Robine entlang. Kurz später sind wir auf dem Camping in Narbonne-Plage.

Wir haben genug von den Pässen… Ab Richtung Meer!

6. Tag – 2. Juli 2010, Vernez-les-Bains – Néfiach, 76 km, 5:20 h

Am Morgen schlafen wir wohlverdient aus. Gabriel erfrischt sich mit einem kühlen Bad im Bach gleich neben unserer Campingparzelle. Wir gönnen uns ein feines französisches déjeuner beim Camping mit chocolat chaud et croissant. Die Strasse auf den 750 Meter höher gelegenen Pass ins nächste Tal ist schön und frei von Verkehr! Nur die Hitze macht uns sehr zu schaffen. Jeweils nach 100 Höhenmeter machen wir Verschnauf- und Trinkpause. Ach ja, pro Tag trinkt jeder von uns sicher 4-5 Liter.

In Sournia ändern wir unsere Route Richtung Meer um weiteren Pässen auszuweichen. Nach einem “kleineren” Pass geht es dann endlich nur noch abwärts bis zum Camping. Für 10 Euro nächtigen wir in einem gemütlichen Camping mit Pool kurz vor Néfiach. Zum Znacht gibt es feine Käseschnitten mit Weisswein und viel Salat.

Der brutale PLA GUILLEM

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5. Tag – 1. Juli 2010, oberhalb Can-Pitot – Vernez-les-Bains, 35 km, 5 h (die Velo-Trage-Zeit misst der Kilometerzähler nicht!)

Um 7 Uhr beginnen wir mit dem 1200 Höhenmeter-Aufstieg. Die ersten 600 Höhenmeter fahren wir auf einer sehr holprigen Schotterstrasse. Auf den folgenden 600 Höhenmetern stossen und tragen wir unsere 40kg-Drahtesel auf alpinen Wanderwegen (nicht empfehlenswert!). Wir wünschen uns, dass unsere Velos leichter wären. Die Kräfte schwinden, wir denken ans Umkehren. Unser Motto: Kopf abschalten und zu zweit je ein Velo tragen… Vom Umkehren hält uns nur die Tatsache ab, dass wir hier jederzeit Notcampieren könnten. Wir haben das Zelt und genügend Proviant dabei.

Kurz vor der Passhöhe treffen wir Andreas, welcher von der anderen Talseite her hochgewandert ist. Es ist neblig, wolkig und ein kalter Wind bläst. Die Abfahrt ist SEHR holprig, ein echter Härtetest für unsere simpel frischluft tour Velos. Doch sie bestehen alle mit Bravour! Nachdem wir den “Non-Stop-Down-Schüttelbecher” verlassen, erreichen wir Vernet-les-Bains. Dort werden wir auf einem super Camping zu einem günstigen Preis herzlich aufgenommen. Nach den Strapazen belohnen wir uns mit einem “fleischigen Grillfest”, anschliessend gehen wir noch ins nahe Städtchen auf ein bière et glace. TODMÜDE.

Über den Col d’Ares nach Frankreich

4. Tag – 30. Juni 2010, – oberhalb Can Pitot, 39 km, 3:40 h

Um 8 Uhr starten wir Richtung Col d’Ares. Auf der Passhöhe trocknen wir unsere nassen Zelte und Kleider. Die schöne Abfahrt führt uns nach Prats-de-Mollo. Nach dem Picknick im Städtchen beginnen wir unseren 1. Teil des Aufstiegs auf den abenteuerlichen Pla Guillem (2275 M.ü.M.). Auf 1100 M.ü.M. campieren wir wild mit Zecken und Mücken.

Federgabeln? Es geht auch ohne!

3. Tag – 29. Juni 2010,Santa Maria de Corcó – Camprodon, 74 km, 6 h

Unser Vespa-Scout ist Gold wert! Nach unserer ersten Stunde aufwärts auf der Hauptstrasse zweigen wir auf eine von Andreas vorerkundeten Nebenstrasse ab. Die Fahrt ist kurvenreich und landschaftlich ein Genuss! Auf der Hochebene blicken wir zurück auf den Wasserfall, in dessen Becken wir zuvor unsere Köpfe kühlten. So erlebnisreich der Aufstieg war, so holprig und “schwungvoll” ist die Abfahrt. frischluft tour hält stand! Die auf der Karte als “landschaftlich-sehenswert” eingetragene Schnellstrassenabkürzung präsentiert sich als eine “sehr umfangreiche” Passfahrt (ach ja, nochmals ein Sommergewitter – diesmal ohne Folgen). Die feinen Fajitas machen den Energieverlust am Pass allemal wett!

Nass bis auf die Unterwäsche

2. Tag – 28. Juni 2010, Stà Eulàlia de Ronçana – Santa Maria de Corcó, 75 km, 5:45 h

Dieser Tag geht ins Gebirge Kataloniens. Nach einem Frühstück im nächsten Ort beginnt das Auf-und-Ab und führt uns zu vielen Höhepunkten: Vorbei an Feigenbäumen, Jasmin-ähnlichen Pflanzen, Lavendel und Rosmarin gelangen wir auf einer wunderschönen Strasse zu einem ehemaligen Kloster mit Wasserfall! Das Mittagessen verspeisen wir zum ersten Mal über 1000 M.ü.M.. Anschliessend geniessen wir die rasante Abfahrt. Der vermutete kurze Platzregen entpuppt sich als kleinere Sintflut. Fazit: Oben mit Regenjacke trocken, ab Gürtel mit Wasser durchtränkt :-) . Angeblich gibt es auch in Industriequartieren Campingplätze, aber unseren gibt es nicht! Nach weiteren 15 km gewähren uns die Katalonischen Kühe auf ihrer Weide Asyl, das wir dankend annehmen.

Flug nach Barcelona und Tourenstart

1 Tag – 27. Juni 2010, (Ostschweiz – Basel) – Barcelona – Stà Eulàlia de Ronçana, 61 km, 3:40 h

Wir sind schon um 2 Uhr auf den Beinen und fahren mit Werner zum Flughafen Basel. Das Verpacken der Velos in die Kartons kostet je 20.- CHF und klappt super. Die Velos wieder fahrtüchtig zu machen kostet uns viel Zeit. Beim Aufpumpen geht uns ein Presta-Ventil kaputt, sodass wir bereits unseren Ersatzschlauch montieren. Nach unseren ersten 60 km in Spanien kühlen wir uns am super-teuren (46.60 Euro für 4 Personen!!!) und für Zeltreisende ungemütlichen Camping im Pool ab. Jetzt sind wir nur noch müde…

St. Gallen – Barcelona NonStop mit der Vespa

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Andreas kommt mit der Vespa auf die Barcelona-Schweiz Tour. Sein Knie ist leider seit mehreren Wochen nicht Velo-tauglich. Daher fährt er schon um Donnerstag in Richtung Süden, damit alle dann am Sonntag in Barcelona sind.

Start: Grabs, Do 24.6.10, 15:00
1510 km später am Ziel: Camping Esplanada in der Nähe von Barcelona, So 27.6.10, 16:00

Zwei kurze Statements zu meinen 35h auf der Vespa:

“In Frankreich fährt man grundsätzlich 20km schneller als angegeben, dafür sind die Spanier 20km langsamer.”

“Je Flacher eine Region, desto mehr Menschen (und Verkehr!) und desto hässlicher die Aussichten (Autos und Betonblocks)!”
(Fazit: Bleibt in den Bergen oder zumindest Hügeln)

Ach ja Bettina, Katrin & Gabriel sind auch gut angekommen! Am Flughafen hat alles geklappt (Velo verpacken und aufgeben mit EasyJet). Der nächste Blogeintrag ist dann voll den Frischluft-Velofahrern gewidmet! Heute sind sie einfach nur müde, weil sie um 2 Uhr zum Flughafen fuhren…

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